Zur Person Hans Lebrecht

Hans Lebrecht wurde am 8.11.1915 in Ulm als dritter von vier Söhnen der jüdischen Ulmer Fabrikantenfamilie Wilhelm und Rosa Lebrecht geboren. Er wuchs in der Lebrecht-Villa am Safranberg auf. Verheiratet war Hans Lebrecht seit 1938 mit Tosca Loewy, mit der er zwei Töchter hatte – Ruth und Margalith.

Hans Albrecht 1930 in Ulm
Das letzte Familienfoto in Ulm: Heyner, Curt, Walter, Hans, Rose und Wilhelm Lebrecht, 1936
Tosca und Hans Palästina 1941 Margalith und Ruth, 1948

Schon früh bekam Hans Lebrecht die antisemitische Haltung der Nationalsozialisten zu spüren. Wegen seiner jüdischen Herkunft musste er 1934 ein Jahr vor dem Abitur die Schule verlassen. Auch sein anschließender Lehrvertrag wurde 1935 fristlos gekündigt. Unter großen Schwierigkeiten konnte er dennoch in Deutschland eine dreijährige Lehre als Maschinenschlosser abschließen.

1938 emigrierten er und seine Frau schließlich unter fluchtartigen Umständen nach Palästina. Nach der Gründung des Staates Israel setzte sich Hans Lebrecht zeitlebens für das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Juden und Palästinensern ein. Dafür arbeitete er politisch als Friedensaktivist und beruflich als Journalist.

Zur Stadt Ulm pflegte er bis ins hohe Alter enge Kontakte, wobei ihm die Arbeit des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg mit seiner KZ-Gedenkstätte ein besonderes Anliegen war. Zum letzten Mal war Hans Lebrecht 2004 in Ulm.

Im Jahr 2007 erschienen seine Lebenserinnerungen als Buch unter dem Titel „Gekrümmte Wege, doch ein Ziel“. Hans Lebrecht verstarb im September 2014 in einem Kibuzz nahe Haifa im Alter von 98 Jahren.

Hans Lebrecht an seinem 90. Geburtstag 2005. Hans Lebrecht u.a. mit seinen Töchtern und Imanuel Noy-Meir [hinten], August 2006 in Beit-Oren. In Anwesenheit von Margalith [links] und Ruth [rechts] wird am 23.Mai 2005 an der Ulmer Lebrecht-Villa, in der Steinhövelstraße 5, eine Gedenktafel enthüllt; Hans Lebrecht konnte infolge seiner Altersschwäche nicht teilnehmen.
Der letzte Besuch in Ulm: Empfang im Rathaus, September 2004. Esther Bejarano, Ruth Bar-Hay, Hans Lebrecht, OB Ivo Gönner, Margalith Pozniak
Bildquellen mit freundlicher Genehmigung des Verlags Klemm & Oelschläger, Münster und Ulm
aus dem Buch: Hans Lebrecht (2007): „Gekrümmte Wege, doch ein Ziel. Erinnerungen eines deutsch-
israelischen Kommunisten.“